Hintergrund

Der Hintergrund des „Stillen Coachings“

Woher die Methode kommt und warum sie wirkt

Einführung

Das „Stille Coaching“ ist keine theoretische Konstruktion, sondern aus der Praxis heraus entstanden. Es verbindet eine strukturierte, leicht zugängliche Form der Selbstreflexion mit bewährten psychologischen Konzepten.

Gut zu wissen

Die Methode wurde im Rahmen einer Coaching-Ausbildung entwickelt, durch Praxiserfahrungen geschärft und durch wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert. Dieses Kapitel zeigt auf, wie die Methode entstanden ist, worauf sie basiert – und warum sie funktioniert.

Entstehungsgeschichte

Ich habe das „Stille Coaching“ im Rahmen meiner Coaching-Ausbildung im Jahr 2018 entwickelt. Der erste Impuls dazu entstand spontan in einem Gespräch mit einer Klientin. Aus einem improvisierten Ablauf entstand eine strukturierte Methode mit sechs klaren Schritten, die ich später mit einem Kartenset ergänzt habe.

In mehreren Anwendungen – mit Menschen aus der Erwachsenenbildung und aus der Unternehmensberatung – hat sich gezeigt, dass die Methode in unterschiedlichen Kontexten wirkt, insbesondere bei Themen, die emotional aufgeladen oder schwer zu benennen sind.

Turbocoaching nach Müri/Steiner

Die Methode ist inspiriert vom sogenannten „Turbocoaching“, wie es Peter Müri und Barbara Steiner 2006 beschrieben haben. Sie bevorzugen Coachingansätze, die in einer einzigen Sitzung Wirkung entfalten. In ihrer Variante bleibt der Coachee während des gesamten Prozesses still – ein Ansatz, den ich übernommen und weiterentwickelt habe.

Die Idee: Der gesamte Klärungs- und Lösungsprozess geschieht im Inneren des Coachee – unterstützt durch klare Fragen und eine klare Struktur. So kann auch an schwierigen Themen gearbeitet werden, ohne dass sie ausgesprochen werden müssen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das „Stille Coaching“ basiert auf dem Prinzip der Selbstreflexion durch einen inneren Dialog – ein Konzept, das sowohl in der Psychologie als auch in der Praxis des Coachings wissenschaftlich fundiert ist. Drei Studien stechen besonders hervor:

1. Selbst-Coaching bei Aufschiebeverhalten (Universität Salzburg, 2016)

In einer Studie mit 78 Studierenden wurden Coaching, Selbstcoaching und Training verglichen – mit dem Ziel, das Aufschieben von Aufgaben zu verringern. Alle Methoden zeigten signifikante Verbesserungen, aber:

  • Das Selbstcoaching war am wenigsten wirksam,
  • die Kombination aus strukturierter Reflexion und externer Anleitung (Coaching) schnitt am besten ab.

Das spricht für die Möglichkeit, das „Stille Coaching“ sowohl alleine als auch mit externer Begleitung effektiv zu nutzen.

2. Pilotstudie zu Selbstcoaching und Coach-Begleitung (Offermanns, 2004)

Diese Studie mit Führungskräften zeigt, dass Coaches wichtige Funktionen übernehmen, die den Effekt verstärken – vor allem durch gezielte Interventionen und das Fördern von Selbstreflexion.

Da das „Stille Coaching“ mit strukturierten Fragen arbeitet, übernimmt es einen Teil dieser Funktion – auch wenn keine Coachperson anwesend ist.

3. BBC-Studie zu innerem Dialog und Leistung (Lane et al., 2016)

Über 44.000 Personen nahmen an dieser grossen Online-Studie teil. Die wirksamste Methode zur Leistungssteigerung war der innere motivierende Dialog – also genau das, was im „Stillen Coaching“ zentral ist.

Schon eine kurze Intervention mit Selbstgesprächen zeigte messbare positive Effekte.

Zusammengefasst:

  • Selbstgespräche fördern Konzentration, Motivation und Zielorientierung
  • Strukturierte Reflexion unterstützt lösungsorientiertes Denken
  • Coaching wirkt besonders stark, wenn individuelle Ziele im Fokus stehen

Das „Stille Coaching“ kombiniert diese Elemente: Es ist ein innerer Dialog, unterstützt durch klare Fragen – anwendbar für Dich allein, aber auch im geschützten Rahmen mit einem Coach.

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